Kurzgeschichten

Der Anfang

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„Ihr seid gerade das Gesprächsthema. Ich bedaure es fast, daß ich es nicht selber gesehen habe“, berichtete Laila, auf dem Rücken liegend. Sie und Maja waren in ihrem Versteck und betrachteten die Sterne. „Wie habt ihr das gemacht?“
Maja grinste, „Wir basteln gerade an einer neuen Welt. Sie ist anders als diese hier. Dort ist die Energie etwas flüchtiger. Das heißt, du kannst viel beßer Zaubern, wirst aber schneller müde. Wir brauchten drei verschiedene Kristalle um diese Welt aufrecht zu erhalten.“
Laila nickte und drehte sich zu ihrer Freundin um. „Würde ich gerne einmal sehen, aber was hat das mit eurem verschwinden zu tun?“
Maja lächelte, „Ich erkläre es dir schon. Also, um in eine Welt hinein zu kommen, müßen Portale errichtet werden. Genau genommen sind wir noch immer am gleichen Ort nur in einer anderen Energieebene. Die Portale sind Riße wo sich die Ebenen vermischen. Kennt man nun die Struktur beider Energieeben, so kann man selber einen Riß hervorrufen und hindurch gehen. Dieser Riß verschwindet natürlich auch sofort wieder. So haben wir die Riße benutzt um kurz in unsere neue Welt zu gelangen und sofort wieder zurück ins Reich, nur haben wir einen anderen Ort als Ausgang benutzt, damit wir auf dem Fenstersims erscheinen konnten.“
Laila hörte aufmerksam zu, bis Maja zu Ende gesprochen hatte. Sie erinnerte sich zurück an ihren ersten gemeinsamen Versuch eine Energiekugel zu erschaffen.
„Könnte ich diese Technik auch lernen? Ich müßte dann nicht in den Wald rennen um diesen Ort aufzusuchen. Es wäre bestimmt auch gut wenn wir in eure Welt übergehen.“
Verdutzt richtete sich Maja auf, „In unsere Welt übergehen? Gefällt dir das Reich nicht? Ich finde du solltest dich wirklich mit Corinna vertragen. Sie ist sehr mächtig geworden und kann dir viel ärger bringen“
Laila knurrte verärgert.
„Ich zeige dir wie du jederzeit in unser Versteck kommen kannst“, beschloß Maja und sprang auf. Laila stellte sich neben ihr, aufmerksam beobachtete sie ihre Freundin. Schnell lernte Laila die Grundlagen der Energieebenen.

Laila lag in ihrem Bett. Sie hatte eine Hand erhoben, aus der kleine Lichter sprudelten. Die Lichter schwebten an die Decke und bildeten dort eine dünne Schicht. Dennoch war es nicht besonders hell im Raum. Sie dachte wieder an Luzifers Worte. Es waren nicht viele Funken, die bereit waren etwas anderes zu glauben, als das was Corinna ihnen vorlebte. Ganz in Gedanken vertieft, hätte Laila beinahe das leise Klopfen an der Tür nicht wahr genommen.
„Herein“, sprach sie lustlos.
Ein kleiner, sehr unsicher wirkender Funken, öffnete die Tür einen Spalt breit. Neugierig sah Laila den schmalen Lichtstreifen der sich durch ihren gesamten Raum zog. Der Spalt wurde etwas breiter.
„Luzifer will uns sehen“, murmelte eine piepsige Stimme.
„Ich komme“, antwortete Laila und sprang auf.
Gemeinsam gingen sie in den Wald, bis zum Fuße eines großen Berges. Auf dem Boden war ein großer Steinkreis, der genug Platz für dutzende Funken bot. Auf dem Felsen saßen schon einige Funken, in wilden Gesprächen vertieft. Andere blickten nervös in alle Richtungen. Auch Lailas Begleiterin machte den Eindruck, als wollte sie am liebsten wieder weg laufen. Mit einem Schlag wurde alles still. Auf einem der Felsen erschien Luzifer. Allein sein Anblick beruhigte die Funken. Dann begann er zu reden:
„Liebe Funken, ich freue mich sehr euch hier zu sehen. Wie ihr bereits gehört habt, sind wir in großer Gefahr. Die meisten Funken wollen es nicht wahr haben und tun alles, um das Unheil nicht sehen zu müßen. Wenn wir nicht zusammen halten, könnten wir alle unsere Existenz und unser Heim verlieren. Das werde ich nicht zulaßen! Seid also auf der Hut. Wenn die Zeit gekommen ist müßen wir, für unser Recht zu Leben, kämpfen.“