Kurzgeschichten

Der Anfang

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„Gratuliere, du hast es geschafft!“ rief Laila begeistert. Maja, nun auf wackeligen Beinen, bückte sich zur Kugel und hob sie auf. Es war ein warmes und sehr mächtiges Gefühl.
„Was hast du nun damit vor?“, wollte Laila wißen. Etwas ratlos sahen die beiden Funken ihre neue Kugel an. 'Was macht man jetzt damit?', fragte sich Maja, warf die Kugel in die Luft und fing sie wieder mit beiden Händen auf. Neugierig sah sie die Kugel an, als würde sie ihr verraten wollen wozu sie da sei. Die Kugel aber leuchtete nur, sonst gab sie nichts von sich.
'Kann ich aus dir auch einen Funken machen?' Ratlos standen die Funken da.
„Kannst du es auch in etwas anderes als in eine Kugel packen?“, fragte Laila neugierig. Maja blickte auf. Sie hatte sich nicht einmal bewußt für eine Kugel entschieden. Die Idee andere Objekte zu erschaffen gefiel ihr, doch plötzlich wurden sie unterbrochen.
„Was macht ihr?“ Es war ein kleiner, fast völlig weißer Funken der fragte. Sie hatte nicht ganz so lange Haare wie die anderen Funken und trug auch ein sehr schlichtes Kleid. Laila wunderte es, daß sie es überhaupt geschafft hatte ein Funken zu werden.
„Das hier ist nichts, für ein so kleines Fünkchen wie dich. Paß lieber auf, daß du nicht verloren gehst“, sagte Laila herablaßend und sah sie sehr abwertend an. Der kleine Funke wirkte überrascht und nicht wißend ob sie nun traurig oder wütend sein sollte. In diesem Moment kam der mächtige Funken, welcher Laila so beeindruckend fand, auf sie zu. Laila wollte nicht, daß er sie mit diesem winzigen Fünkchen sehen würde und drängte die Kleine weiter von sich weg. „Verschwinde“ fauchte sie leise und drehte dem Fünkchen den Rücken zu.
„Ich habe euch Beiden zugesehen. Sehr beeindruckend was ihr da gezaubert habt. Ich bin Luzifer und welchen Namen habt ihr euch ausgesucht?“ Laila war zu sehr von der Schönheit und der Macht des Funkens gefeßelt, daß sie in dem Moment ihren Namen vergeßen hatte. Dieses Zögern nutze Maja um sich vorzustellen.
„Ich bin Maja und das hier ist meine Freundin Laila. Wir haben versucht Energien zu sammeln und sie in eine feste Form zu bringen.“ Prüfend nahm Luzifer die Kugel aus Majas Hand und sah sie sich genauer an. Zufrieden nickte er.
„Ich kann dir helfen diese Fähigkeit weiter auszubauen“, sagte er und warf Maja die Kugel wieder zu.
„Ich würde es auch gerne lernen!“, platze es aus Laila heraus, die sich vor Schreck gleich den Mund zu hielt. Als Laila auch noch anfing rot zu werden drehte sie sich voller Scham um und wünschte sich wieder freie Energie zu sein, um schnell verschwinden zu können. Das leise Kichern Majas gab ihr dann den Rest und sie hastete davon.
„Deine Freundin hat wohl noch ein paar Probleme mit ihrem Körper“, meine Luzifer heiter, sah dann Maja wieder direkt in die Augen. „Du hast deine Energien unter Kontrolle, ich kann dir viel bei bringen.“ Majas Gesicht strahlte, als sie beide die Kugel fest umklammerten und diese langsam ihre Form veränderte.

Es verging viel Zeit bis Maja, auch ohne Hilfe, starke und mächtige Energiesteine herstellen konnte. Laila hatte das Intereße daran verloren und erkundete lieber die Welt in der sie lebten. Irgendwann haben die Funken angefangen diese Welt „Das Reich“ zu nennen. Es hatte sich vieles verändert. Einige Funken fingen an, das Reich mit den unterschiedlichsten Formen zu gestalten. Es gab Höhen und Tiefen, der Boden hatte eine andere Farbe wie der Himmel. An einem Ort waren hole Objekte in denen sich die Funken zurück zogen, um neue Energien zu sammeln. Sie hatten dazu ein Ritual gefunden, welches sehr schnell wirkte, aber für einige Zeit das Bewußtsein unterdrückte. Was zuerst für sinnlose Spielereien gehalten wurde – das Schmücken des Reiches – wurde zu einer der Lieblingsbeschäftigungen der Funken. Auch gaben sie ihren Kreationen die unterschiedlichsten Namen, wie Baum, Blume, Waßer oder Kleidung. Es gab wenige, die sogar in der Lage waren Energien in Wesen zu verwandeln. Niemand jedoch konnte weitere Funken erschaffen.