Kurzgeschichten

Das alte Tagebuch

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Bild der Geschichte

Der Autionator

Es gibt absolut nicht was du nicht schon einmal gesehen hast. Es ist schon erstaunlich was für einen Müll die Leute versuchen los zu werden. Was du aber nie begreifen kannst, ist die Tatsache das es wirklich noch Leute gibt die den ganzen Plunder kaufen!
Das Letzte Stück welches einer zum Verkauf abgegeben hatte war, unter anderem, ein extrem zerfallendes Tagebuch. Solche Bücher laßen sich nur schwer verkaufen da sie eigentlich nur einen Individuellen Wert besitzen. Vermutlich wird dieses ein Sammler kaufen wollen. Eine etwas unangenehmere Eigenart des Aktionshauses ist es daß sie Tag und Nacht auf hat. So sitzt du nun hier und beobachtest den vollen Mond aus den Fenstern, an der gegenüber liegenden Wand. Tags kannst du dir noch die Zeit damit vertreiben die Käufer zu beobachten. Besonders spannend sind die verschiedenen Gewänder und die spielerische überlegung vorher zu erraten was diese intereßieren könnte. Nachts aber bleiben dir nur die Waren zum betrachten.
Tagebücher sind allerdings meisten nicht so intereßant das sie dich lange beschäftigen. Da aber sonst nichts lesbares dabei ist nimmst du es vorsichtig auf und blätterst etwas lustlos darin herum.

“Ich muß es wohl akzeptieren das es sich nicht vermeiden läßt das ich manche Menschen mehr mag als andere. Sooft bin ich von einem Dorf zum anderen geflüchtet das mir kaum noch Namen einfallen die ich benutzen könnte. Meistens verwende ich Wörter aus längst vergeßenen Sprachen oder ich verändere nur einen Laut. Wenn ich aber weiter immer dann flüchte nur weil ich jemanden etwas mehr mag, dann werden mir die Dörfer aus gehen. Ich muß wohl lernen meiner Angst verletzt zu werden nicht immer nach zu gehen. Es tut weh einen Menschen zu verlieren doch von all den Jahren die ich gelebt habe, bleiben mir nur die wirklich im Gedächtnis in denen ich wirklich gelebt habe.„

Erstaunt schaust du dir noch einmal den Bucheinband an. Ein solches Tagebuch hattest du selten in der Hand. Offensichtlich ist es von einem Elb welcher versucht unter Menschen zu leben. Wenn du es geschickt anstellst, könntest du dieses Buch doch teurer verkaufen als es der Verkäufer gewünscht hatte. Du fängst an alles zu lesen was in deiner Sprache verfaßt wurde, das vertreibt dir die Nacht und hilft das Buch beßer zu verkaufen, da du mit derem Inhalt den Potenziellen Käufer beßer locken kannst.

“Dieses Dorf ist wunderschön. Ich habe mich mit einem jungen Bauer angefreundet. Seid Jahren versuche ich mich wieder auf Freundschaften ein zu laßen und nun hoffe ich sehr das er mich auch mag. Zusammen haben wir eine neue Sorte von Beeren gezüchtet. Es sind besonders saftige Blaubeeren, die seine Mutter für Marmelade oder Törtchen verwendet. Sie haben eine Mühle, etwas versteckt in einem Wald. Dort fließt ein Fluß. Wir sind ihm nach gelaufen und kamen an einem großen Waßerfall an unter dem das Waßer tief genug war das wir etwas schwimmen konnten. Dann haben wir ein Picknick gemacht mit den Blaubeertörtchen seiner Mutter. Es war der schönste Tag an den ich mich je erinnern kann.„

Du blätterst weiter und verfolgst wie diese Freundschaft sich langsam in eine starke Liebe verwandelt. So bist du etwas überrascht das sie erst nach zwei Jahren den Bund eingegangen sind. In den nachfolgenden Seiten würde man nicht mehr erkennen das sie eine Elbin ist. Zusammen mit einem Luka haben sie ein normales Bauerleben an der Mühle der Eltern geführt.

“In letzter Zeit bin ich sehr launisch und mache meinem Luka das Leben schwer. Zu allem überfluß habe ich mir auch noch eine Krankheit eingefangen. Morgens ist mir oft sehr übel und ich fühle mich schwach. Luka wollte mich schon zu einem Heiler bringen was ich aber verhindern will. Das schlimmste was mir paßieren könnte ist das dieser Heiler heraus findet was ich bin. So muß ich hoffen das es schnell vor bei geht und mir nichts anmerken laßen.„

Gerade als die Elbin beschrieb das sie eine Vermutung habe was ihr fehlte, bemerkst du den Schatten eines Käufers über dir.