Kurzgeschichten

Todesurteil

Es war eine junge Blutelfe, namens Sententiae Mortifera, die an einem windigen Abend durch den Wald marschierte. Sie war auf der Suche nach einem neuen Lehrer der Paladine.

Der Wind wehte ihre Haare immer wieder ins Gesicht. Durch das rascheln der Bäume im Wind hörte sie nicht, daß sie beobachtet wurde. Leuchtende blaue Augen huschten durch das Dickicht. Sie kamen unaufhaltsam und unbemerkt immer näher. Mortifera holte ein Stück Leinenstoff hervor. Sie band es sich um den Kopf, um ihre Haare zu bändigen. Hinter ihr schob jemand die Zweige beiseite. Langsam kam das Wesen aus seinem Versteck. Die Blutelfe merkte es nicht, auch nicht das direkt hinter ihr das Wesen seine Waffe bereit hielt.
Verträumt sah sie in den Baumkronen. Ihre Füße versanken im tiefen Gras, ein Blatt rauschte an ihr vorbei. Hinter ihr ergriff eine Hand das Blatt im Flug. Eiskristalle bildeten sich auf de Oberfläche. Wie ein Stein fiel das Blatt zu Boden und verschwand im Gras. Langsam erhob sich das Wesen. Es schwebte in der Luft, seine Eiskalten Augen auf die Blutelfe gerichtet.

Plötzlich stolperte Mortifera über eine Wurzel. Tief gebückt spürte sie einen kalten Windzug über ihren Rücken. Etwas vor ihr zerschellte am Baum. Blaues Licht verfärbte die Umgebung, klirrende Kälte breitete sich aus. Mortifera wirbelte umher. Ihr Atem stockte. Vor ihr sah sie eine Draenei im eisblauen Gewand und wutverzerrtem Gesicht. Ein langer Stab mit gläsendern Kristallen in denen schimmernder Nebel lag, hielt sie in den Händen. Funkelnd verriet er, daß er eben erst benutzt wurde.

Mortifera schnappte nach ihrem Schild und Schwert. Die Draenei reckte den Stab in die Höhe. In der nächsten Sekunde schoß eine Eiskugel auf die Paladine zu. Mortifera stöhnte auf, sie wurde von der Wucht nach hinten gedrängt. Eisiger Wind strömte von den Rändern des Schildes auf sie zu. Sie spürte wie er ihr die Kehle zu schnürte. Doch sie durfte nicht zögern. Sie sprach all ihre schützende Gebete, die sie kannte, und stürmte auf die Draenei zu. Sie hob das Schwert und setzte zum Sprung an. Einen weißen Schweif zog ihr Schwert hinter sich, als es durch die leere Luft schwang. Die Draenei war verschwunden.

Tausend Nadeln bohrten sich in Mortiferas Rücken, so dachte sie. Alles vor ihren Augen war Blau. Ihre Kleidung wurde starr vor Kälte. Schwer atemd versuchte sie sich zu bewegen. Wie ein Gift breitete sich der klare Schmerz in ihrem Körper aus. Für jede weitere Bewegung brauchte sie unglaubliche überwindung. Ihre Gedanken wurden langsam eingefroren. Dann sah sie, wenige Meter vor ihr, die Draenei. Mortifera sah wie sie den nächsten Angriff begann. Verzweifelt murmelte die Blutelfe einen Zauber. Sie schloß die Augen.

Ein Geschoß aus blauem Eis bohrte sich durch die Luft. Das Gras unter ihm gefror auf der Stelle. Ungehindert kam es immer näher, Mortifera bewegte sich nicht. Sie riß die Augen auf, eine leuchtende Wand aus goldenem Licht erstrahlte vor ihr. Das Geschoß prallte ab und zerstreute in sämtliche Richtungen. Sie war noch immer von strahlendem Licht umgeben. Erschöpft sank sie zu Boden. Der Wunsch einzuschlafen, einfach sich hier hinlegen war größer als es je in ihrem Leben gewesen war. Sie wußte das dies aber ihr Todesurteil gewesen wäre.

Erschöpft erinnerte sie sich an einen Heilzauber. Der Wind peitschte in ihrem Gesicht. Wieder war Mortifera von einem Goldenen Licht umgeben. Eine Welle aus warmen Licht breitete sich in ihrem Körper aus. Es verdrenkte all die Kälte. Mortifera startete erneut einen Angriff. Die Reste ihrers Schutzschildes verschwand und wehte davon. Mit lautem Schrei rannte sie auf die Draenei zu. Ihr Schwert begann zu leuchten, ihre Schritte wurden immer schneller. Aber die Draenei schien völlig unbeeindruckt zu sein. Kurz vor dem Aufprall erkannte Mortifera ein Lächeln im Gesicht ihrer Feindin. Mit Schrecken wurde ihr Klar das sie in eine Falle gelaufen war. Mit einer kurzen Geste der Dranei baute sich vor ihr eine schimmernde Blaue Wand aus Licht auf. Mortiferas Schwert knickte an dieser Wand ab und riß die Blutelfe mit zur Seite. In der nächsten Sekunde konnte sie nur noch einen lauten Knall hören, bevor sie in die Luft geschleudert wurde. Die Weise Druckwelle verblaßte. Mortifera prallte an einem Baum ab und fiel zwei Meter tief auf dem Boden.

Wieder entwisch ihr sämtliche Luft aus dem Körper. keuchend versuchte sie sich aufzurappeln und murmelte wieder ihren Heilzauber. Diesmal konnte sie sich kaum noch auf die Formel konzentrieren. Kurz bevor sie mit der Formel fertig war traf sie ein weiterer blauer Blitz. Dieser feßelte Mortifera am Baum. Ihre Arme und Beine waren völlig taub, die Nadeln der Kälte durch bohrten sie. Doch der Schmerz war nicht mehr so stark. Er wurde immer schwächer, doch auch ihre Umgebung verschwand langsam. Dann beendete sie die Formel, langsam und kaum bewußt, leise flüsternd. Plötzlich tauchte ihre Umgebung wieder auf. Der Schmerz war wieder da. Er drohte ihre Brust zu zerquetschen. Sie suchte fast panisch nach der Draenei. Diese schwebte noch immer in der Luft. Unter ihr lag Mortiferas Schwert. Wieder machte sich die Draenei für den nächsten Angriff bereit. zwischen ihren Händen formte sie eine tödliche Kugel aus eisigem Nebel. Mortifera schnappe nach Luft. Sie wußte es gab nur noch eine Möglichkeit Lebend die Nacht zu überstehen: Flucht.

Ihre halb eingefrorenen Beine stolperten los. Sie stürzte fast und versuchte sich mit nach vorn ausgestreckten Armen wieder aufzurichten. Der Wind schien an stärke zugenommen zu haben. Der Himmel war viel dunkler geworden und der Boden bestand aus harten unebenen Hindernißen. Mortifera konnte mit entsetzten das hämiche Gelächter der Draenei hören. Sie betete das sie von ihr ablaßen würde. Das sie einfach da hinten bleibt und sie am Leben ließe. Aber die Draenei verfolgte die Blutelfe unbarmherzig. Mortifera traute sich nicht nach hinten zu schauen. Jede Sekunde könnte sie vom Tod getroffen werden. Doch bis zur Klippe nicht weit mußte sie es noch schaffen. Da war eine Miene in der sie sich verstecken konnte. Nur noch wenige Meter ...

Ihre Füße waren aus Stein. Sie konnte sich nicht mehr bewegen. Sie blickte herab und sah das ihre Füße in einem Eisblock steckten.
Als sie wieder hoch blickte sah sie 2 blaue strahlende Augen. Das Gesicht der Draenei war ihrem auf wenige Zentimeter nah. Schadens froh lächelte die Draenei. Mortifera war völlig starr. All ihre Gedanken hörten auf. Sie sah wie die Draenei nach hinten schwebte, ohne den Blick zu verlieren. Sie sprach die Formel für einen letzten Finalen Angriff.

Die Blutelfe sah den immer größer werdenden Eisball auf sie zufliegen. Der Eisball der ihr Todesurteil war.